Festivals, Kurationen, Projekte


2020 Beitrag: Symposium Zirkus und die Avantgarden

Contemporary Circus and Bauhaus - a zoom into the site specific research


ZIRKUS UND DIE AVANTGARDEN Teil 2* „Marginalisierung und Verklärung“ 

 

 Symposium im virtuellen Raum am 13. & 14. Mai 2020

 

Die Aufführungspraxis des Zirkus im frühen 20. Jahrhundert war prägend für die Avantgarden. Dieses Symposium untersucht, wie die Ästhetiken der zirzensischen Künste auf das Theater der russischen und westlichen Avantgarden wirkten und mit ihnen konkurrierten, und inwiefern die Arbeiten im Bereich des Zirkus als Inspiration für multimediale avantgardistische Inszenierungen dienten. Inwiefern haben sich die Raum- und Körperkonzeptionen des Zirkus in den Arbeiten der Avantgarden fortgeschrieben? Welche Bezüge und Überschneidungen bestanden zwischen den Aufführungspraxen des Zirkus und der Theaterreformer*innen? Warum fanden die Arbeiten der Zirkusschaffenden um 1900 sowie die Verbindungen zwischen Zirkus und den europäischen Avantgarden bislang nur vereinzelt und unsystematisch Beachtung in der Forschung? In welchen Kontexten und Medien finden sich heute Spuren dieser Aufführungspraxen und wie steht es um die entsprechenden Quellenbestände?

 

Lecture-Performance von Jenny Patschovsky und Cox Ahlers Zeitgenössischer Zirkus am virtuellen Bauhaus - Eine site-specific Lecture-Performance  

 

Für die Stiftung Bauhaus Dessau entwirft das Regie-Duo Ahlers-Patschovsky seit 2016 ortsspezifische Performances an den Schnittstellen von Bauhaus-Methoden und Zeitgenössischem Zirkus. Anknüpfungspunkte innerhalb ihrer künstlerischen Recherchen sind der gleichberechtigte Einsatz aller Bühnenmittel, der dem Aufführungsraum, den Objekten bzw. Requisiten und dem Performer eine für den Zirkus neue Stellung zuschreibt. Das Konzept zu einer subjektlosen Bühnenkunst, bei der der Performer nur ein Gestaltungselement innerhalb des Gesamtkunstwerks darstellt, wurde vom Bauhaus-Meister Moholy-Nagy 1925 in seinem Manifest "Theater, Zirkus, Varieté" beschrieben. Im Zirkus von heute wird es vor allem in der Objektmanipulation und dabei in den Ansätzen des so genannten Neuen Materialismus weitergeführt.  

 

Die Frage nach dem Transfer von Körper- und Bühnenkonzeptionen zwischen Bauhauskünstlern und dem Zeitgenössischen Zirkus stellt sich aktuell auf eine vollkommen neue Weise. Vor dem Hintergrund der jetzigen Situation und den Bedingungen eines virtuellen Beitrags sind Konzepte wie Kontrolle (über das Bühnengeschehen), Risiko (zu Fallen, zu Scheitern) und Partizipation des Publikums neu zu bewerten. Die LecturePerformance wird ihre Verortung im virtuellen Raum zum Thema machen und die Schnittstellen zwischen Bauhaus-Methoden und dem Zeitgenössischen Zirkus vor diesem neuen Hintergrund in die Praxis übertragen. Dazu werden Zirkuskünstler*innen interviewt und um kurze performative Einspielungen, live oder vorproduziert, gebeten.  

 

Es geht darum, den virtuellen Raum vielfältig zu erfahren: als leeren (Manegen-) Raum, der alles ermöglicht und erlaubt, als unbegrenzten Raum, der eine unendliche (Publikums-) Reichweite suggeriert, als der reale und ausgeschnittene Raum, der den Performenden umgibt, als die vielen Räume, in denen die einzelnen Zuschauer beim Livestreaming sitzen und die - entsprechend der Anregungen des Performers - real gestaltet werden können. Wie werden diese Livestream-Performances aufgenommen, wie verändern sich Dialog und Feedbackschleife zwischen Performer und Zuschauern, wenn sie sich nicht mehr im gleichen realen Raum befinden? Wie entstehen Gemeinschaftsgefühl und Affekt – die Zirkus aufgrund der extremen Spannung und Körperlichkeit ausmachen - während eines Livestreamings? Braucht es dafür wieder den Fokus auf den Performer und seinen sichtbaren Körper und rücken dann die Tendenzen des Zeitgenössischen Zirkus - Neuer Materialismus und „Agency of the object“ - wieder in den Hintergrund?

 


Symposium: Zirkus und die Avantgarden: Multimediale Technologien und populäre Körpermaschinen 05./06.03.2020 Berlin

 

Die Aufführungspraxis des Zirkus im frühen 20. Jahrhundert war prägend für die Avantgarden. Dieses Symposium soll zum ersten Mal Forscher*innen versammeln, die sich aus verschiedenen Perspektiven und geisteswissenschaftlichen Bereichen diesem Thema widmen. Es soll untersucht werden, wie die Ästhetiken der Manegenkünste auf das Theater der russischen und westlichen Avantgarden wirkten und mit ihnen konkurrierten, und inwiefern die Arbeiten im Bereich des Zirkus als Inspiration für multimediale avantgardistische Inszenierungen, beispielsweise im Film, dienten. Auf welche Weisen wirkten die Ästhetiken des Zirkus und verwandter Bühnengenres (wie Varieté, Vaudeville, Music Hall etc.) auf Körperkonzeptionen und Schreibstile von Avantgarde-Künstler*innen? Wie haben sich Bühnenkonzeptionen und -technologien der zirzensischen Künste in die Werke der Avantgarden eingeschrieben? Welche Bezüge und Überschneidungen bestanden zwischen den Aufführungspraxen des Zirkus und des Theaters der Avantgarden?

Im Kontext der historischen Avantgarden soll das Symposium sich den durchaus konkurrierenden kreativen Kräften widmen, die die „Theatralisierung des Zirkus“ und die „Zirzensierung des Theaters“ (Bulgakowa) um und nach 1900 einforderten und entwarfen.

Diskussionsrunde Zirkus- und Avantgarde-Verbindungen auf den kulturellen Bühnen heute am Donnerstag 05.03.20 im Kino Babylon Berlin mit:Ulrich Lenz, Chefdramaturg, Komische Oper Berlin, Priv.-Doz. Dr. Anne Hultsch (Universität Wien) Kuratorin der Ausstellung "Zirkus in der Druckerei. Tschechische Avantgarde" (2019), Gisela Winkler, Zirkusarchiv Winkler, Berlin und  Cox Ahlers, Tanzakrobatik/Regie/ Reserarch – „Zirkus und Bauhaus“ (2016-2019)

Freie Universität Berlin, EXC 2020 Temporal Communities, M.A. Mirjam Hildebrandt und Dr. Anne-Sophie Jürgens

Programm

Aufsatz Circus Arts and the Avant-Gardes


Matthias Ziemer, Atemzug e.V.-Produktion „chamber suites“ beim Festival Total – 100 Jahre Bauhaus – der Stiftung Bauhaus Dessau
Matthias Ziemer, Atemzug e.V.-Produktion „chamber suites“ beim Festival Total – 100 Jahre Bauhaus – der Stiftung Bauhaus Dessau

TALKING OBJECTS 2020

Genreoffenes Austauschtreffen mit Schwerpunkt Zeitgenössischer Zirkus und Physical Theatre

 

-Die Rolle des Objekts in den non verbalen darstellenden Künsten-

 

Welche Rolle hat das Objekt in der Performance als Medium für den interkulturellen Dialog?

In den vorwiegend non verbalen Ausdrucksformen Physical Theatre und Zeitgenössischer Zirkus bekommt das Objekt in Wertigkeit und Rolle eine immer größere Aufmerksamkeit. Der Anthropozentrismus wird nicht nur in den darstellenden Künsten in Frage gestellt und Tendenzen wie der Neue Materialismus finden Anhänger*innen in den Künsten und der gesamten Gesellschaft.

Am Beispiel der Ensemble-Arbeit der Jonglagegruppe „critical-mess“, einer Lecture begleitet durch Kick-off Fragen und dem physischen Aktiv-Werden im geleiteten Open Space werden die unterschiedlichen Positionen beleuchtet, diskutiert, physisch erfahren und reflektiert sowie Ausblicke und Zukunftsvisionen formuliert.

 

Wir möchten an diesem Nachmittag der Frage nachgehen, wie können Objekte ein Medium für einen interkulturellen Dialog sein. Welche unterschiedlichen – und möglicherweise kulturell divers geprägte Methoden werden in den Arbeits- und Schaffensprozessen heute schon angewandt, aus welchen kulturellen Hintergründen entspringen sie und wie beeinflussen sie das Zusammenarbeiten, Kreieren und die entstehenden Performances. Dieser Frage nähern wir aus der Perspektive von Zirkuskünstler*innen – vor allem Jongleur*innen - und von Physical Theatre Künstler*innen. Dabei ausblickend interessiert uns, wie der Umgang mit Objekt & Körper vom Publikum aufgenommen wird.

Die Veranstaltung richtet sich vorwiegend an Akteur*innen des Physical Theatres, des Zeitgenössischen Zirkus, Objekt- und Puppenspielkunst und alle Interessierte aus Kunst, Kultur, Forschung und Öffentlichkeit. 

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Eine Veranstaltung des NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste, gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Und dem Bundesverband Zeitgenössischer Zirkus e.V. mit Unterstützung der Flottmann Hallen Herne. 

 


Photo: © Turlac OBrain, friend of Matte, A. Salustri
Photo: © Turlac OBrain, friend of Matte, A. Salustri

Lonely men with objects May 2019

In den drei Kurzstücken „Lonely“, „Lonelier“ und „Not the loneliest“ treffen sich an diesem Abend Mensch und Objekt. Der Abend vereint vier innovative Künstler des zeitgenössischen Zirkus und zeigt aktuelle Strömungen der performativen Annäherung von Mensch, Objekt und Bühne. Im Vorfeld gibt es eine physische Einführung für das Publikum und einen Austausch im Anschluss an die Vorstellung.

Performance: Roman Škadra aka Cie Expats, Darragh McLoughlin alias Stockman und Matthias & Friend

ENG: Human and object meet on this evening over the course of three short pieces: Lonely, Lonelier and Not the Loneliest. The evening brings together four innovative contemporary circus artists and presents current trends in the performative approach to human beings, objects and stage. The evening begins with a physical introduction for the audience and ends with a discussion after the performance.

Performing Arts Festival Berlin



(c) Andreas Wiese
(c) Andreas Wiese

Zirkusfestival am Flughafen Düsseldorf 2016

Rund 40 internationale Künstler präsentierten bei diesem Airlebnis ein Programm auf mehreren Bühnenflächen und in der Luft. Zeitgenössische Circusnummer und Kurzstücke begeisterten an diesem Tag das Publikum. Akrobatik, Jonglage, site specific Aktionen, Fangstuhl und Luftartistik und vieles Mehr wurde in toller Atmosphäre dargeboten.Mit Musik, Schauspiel und Tanzelementen erzählten die Choreographien ganze Geschichten und zogen die Zuschauer damit in ihren Bann. Unterstützt wurde das Zirkusfestival am Airport von der „Initiative Neuer Zirkus e.V.“ und dem Institut français. Künstlerische Leitung: Jenny Patschovsky und Cox Ahlers


Forum Neuer Zirkus Berlin 2014

Auf dem oasenartigen Platz des Circus Schatzinsel in Kreuzberg wurden drei Tagen zeitgenössische Zirkusstücke aus der Berliner Szene, Gastspiele und neue Aufführungsformate präsentiert. Darüber hinaus waren Diskussionsveranstaltungen und Workshops Teil des Programms.

Der sich daraus gebildeter Verein Forum Neuer Zirkus e.V. ist auf der Suche nach künstlerischem (und politischem) zeitgenössischen Zirkus und bietet dem deutschsprachigen Neuen Zirkus eine Austauschplattform für Diskussionen und Weiterentwicklung der Kunstform. Wir sprechen eine Einladung an alle ArtistInnen, KünstlerInnen, ProduzentInnen und andere zirzensische Kulturschaffende aus, zum gegenseitigen Bereichern und Teilen von Performances, Arbeitsansätzen und Reflexionen zu Gesehenem und Erlebten. Mit dem Forum wollen wir zeigen, dass die Kunstform Zirkus einen Platz in der kulturellen Landschaft Deutschlands einnimmt und gestaltet. Wir betrachten das Forum als ergebnisoffenen Prozess!

 

Veranstaltung 2014: Festival auf dem Gelände des Circus Schatzinsel, Berlin Kreuzberg

eingetragener Verein seit 2016

 

Team: Achim Scheffler, Christine Kölbel, Jana Korb, Tobias Stiefel, Jule Bergmann, Matthias Buhrow, Cox Ahlers

 


(c) Leila Kökenberg
(c) Leila Kökenberg

„Zwischen Himmel und Erde“

 

Werkschau zeitgenössischer Artistik in Deutschland 2015

im Rahmen des CIRQ’OULEUR– Internationales Festival für Neuen Zirkus in den Flottmann-Hallen, Herne

 

Moderation und Intervention: Matthias Romir

Performer: Company Tollwurf / Matthias Buhrow,

Anders Kallesøe Jensen

Leila Köckenberger

Lotte Müller

Company „Vor dem Theater“/ Lukas Aue, Daniel Ancot, Daniela Aue.

Kuration: Cox Ahlers


Tunel - International Street Art Festival

Istanbul 2007

Performance, Musik, Circus, Mode, Theater, Puppen

 

Veranstalter: TunelArt

Künstlerische Leitung und Organisation: Cox Ahlers



(c) Thomas Alboth
(c) Thomas Alboth

Deutsche Kulturtage in Irkutsk 2006

Die „Deutschen Kulturtage in Irkutsk“ transportieren mit Puppentheater-Aufführungen, Straßentheater, Kinofilmen, Lesungen, Radiosendungen und Partys und einer Fotoausstellung deutsche Kultur in die ostsibirische Stadt Irkutsk. Das Festival findet im Rahmen des Programms „Deutsche Tage in den russischen Regionen“ statt und wird unter anderem unterstützt durch die Robert-Bosch-Stiftung, die Deutsche Botschaft in Moskau und das Goethe Institut.

Konezption, Organisation und Performance - Team: Xenia Kulikova, Maria Turik, Cox Ahlers, Tom Alboth, Christian Pfütze, Tobias Schülke, Andrej Nikolaewitsch Kalinitschenko