AKTUELLES


Vorbereitungen für das Bauhausfest 2020

4. + 5. September 2020
Bauhaus Museum Dessau + Bauhausgebäude

Das Bauhausfest 2020 wird zum Bauhausfest minimal. Es ist aber kein „Bauhaus fest light“. Das Bauhausfest 2020 ist lediglich anders – und auf die aktuelle Situation durch die Corona-Pandemie angepasst. Die Besucher*innen erwartet eine konzentrierte Festatmosphäre sowie die Arbeit mit reduzierten technischen Mitteln – ausschließlich im Inneren der Gebäude. Die Eröffnung findet am 4. September 2020 im Bauhaus Museum Dessau statt. Am 5. September 2020 werden Werkstattflügel, Festebene, Brücke und Nordflügel des Bauhausgebäudes zu Teilen in einem großen Baukastenspiel.  „Stumme Guides“ führen die Gäste entlang eines einstündigen Parcours durch jeweils einen Gebäudeteil. Mehrere Parcours kombiniert, ergeben einen kompletten Abend. Wie beim Baukastenspiel können sich die Gäste so ihr eigenes Bauhausfest 2020 zusammensetzen.

Baukastenprinzip

Wie bei einem Baukastenspiel können sich die Gäste ihr eigenes Bauhausfest minimal zusammensetzen. Sie können nur einen, mehrere oder auch alle Parcours besuchen – Sie haben die Wahl. Alle Parcours werden stündlich wiederholt und sind in der Abfolge frei kombinierbar. Am Ende jedes Parcours gibt es ein Flying Buffet. Welchen Parcours Sie wann besuchen, legen Sie mit dem Kauf Ihres Online-Tickets fest.

So könnte Ihr Besuch des Bauhausfest minimal. Baukastenspiele am 5. September 2020 aussehen:

19 Uhr >> Parcours Schwarz-Weiß :: Festebene
20 Uhr >> Parcours Blau :: Brücke
21 Uhr >> Parcours Gelb :: Nordflügel
22 Uhr >> Parcours Rot :: Werkstatt 1. OG
23.30 Uhr >> Parcours Rot :: Werkstatt 2. OG

Tickets

Aufgrund der Corona-Pandemie ist die Anzahl der Gäste beschränkt. Ein Besuch des Bauhausfests 2020 minimal. Baukastenspiele ist deshalb nur mit Eintrittstickets möglich.

Die Tickets sind ab 10. August 2020 im Online Ticketshop erhältlich. (Aus organisatorischen Gründen gibt es keine Abendkasse.)

Parcours Rot :: Werkstatt 1.OG

Sa, 5. September 2020
19 / 20 / 21 / 22 / 23 Uhr
Bauhausgebäude

>> Tickets für Parcours Rot :: Werkstatt 1.OG

Tastbares und Unantastbares
>> artistische Performance
In den Vorkursen von Josef Albers, Moholy-Nagy und Johannes Itten wurde dem Tasten eine besondere Bedeutung beigemessen – in ihren Tastexperimenten fungiert die Hand als Medium des Erkennens, Erforschens und Erfahrens. Vor dem Hintergrund der aktuellen Kontaktverbote entwirft das Zirkus-Ensemble Atemzug e.V. Körper-Installationen, die den Zwiespalt zwischen der Sehnsucht nach Berührung und der Angst vor Ansteckung, unkontrollierbare Nähe und moderner Einsamkeit, Er-Tastbarkeit und Un-Körperlichkeit ergründen.

Regie: Jenny Patschovsky
Performance und Kreation: Cox Ahlers & Stefan Sing & Carina Klingsell
Assistenz: Karla Heintze

Bad Science

>> artistische Performance
Auf dem Pfad ihrer eigenen Version eines performativen Gesamtkunstwerkes verwischen The Optimists die Grenzen zwischen experimenteller Musik, Zirkus, Objekttheater, Installationen und Videokunst. Ihr Prozess basiert auf einer Neugier für die einzigartige materielle Qualität wie Form, Textur und Farbe von Objekten. Eine offene Erforschung der Materialität führt zur Entdeckung von Klangwelten, körperlichen Bewegungen und Bildhaftigkeiten.

Performance und Konzeption: Matthias Buhrow und Alex Lempert 

Mit freundlicher Unterstützung des Förderprogramms Zirkus ON, einem Programm vom Bundesverband Zeitgenössischer Zirkus e.V. (BUZZ) zur Nachwuchsförderung zeitgenössischer Zirkusproduktionen in Deutschland und der Bauhaus Stiftung Dessau. 


Unser Beitrag zum Symposium Zirkus und die Avantgarden

Contemporary Circus and Bauhaus - a zoom into the site specific research


ZIRKUS UND DIE AVANTGARDEN Teil 2* „Marginalisierung und Verklärung“ 

 

 Symposium im virtuellen Raum am 13. & 14. Mai 2020

 

Die Aufführungspraxis des Zirkus im frühen 20. Jahrhundert war prägend für die Avantgarden. Dieses Symposium untersucht, wie die Ästhetiken der zirzensischen Künste auf das Theater der russischen und westlichen Avantgarden wirkten und mit ihnen konkurrierten, und inwiefern die Arbeiten im Bereich des Zirkus als Inspiration für multimediale avantgardistische Inszenierungen dienten. Inwiefern haben sich die Raum- und Körperkonzeptionen des Zirkus in den Arbeiten der Avantgarden fortgeschrieben? Welche Bezüge und Überschneidungen bestanden zwischen den Aufführungspraxen des Zirkus und der Theaterreformer*innen? Warum fanden die Arbeiten der Zirkusschaffenden um 1900 sowie die Verbindungen zwischen Zirkus und den europäischen Avantgarden bislang nur vereinzelt und unsystematisch Beachtung in der Forschung? In welchen Kontexten und Medien finden sich heute Spuren dieser Aufführungspraxen und wie steht es um die entsprechenden Quellenbestände?

 

Lecture-Performance von Jenny Patschovsky und Cox Ahlers Zeitgenössischer Zirkus am virtuellen Bauhaus - Eine site-specific Lecture-Performance  

 

Für die Stiftung Bauhaus Dessau entwirft das Regie-Duo Ahlers-Patschovsky seit 2016 ortsspezifische Performances an den Schnittstellen von Bauhaus-Methoden und Zeitgenössischem Zirkus. Anknüpfungspunkte innerhalb ihrer künstlerischen Recherchen sind der gleichberechtigte Einsatz aller Bühnenmittel, der dem Aufführungsraum, den Objekten bzw. Requisiten und dem Performer eine für den Zirkus neue Stellung zuschreibt. Das Konzept zu einer subjektlosen Bühnenkunst, bei der der Performer nur ein Gestaltungselement innerhalb des Gesamtkunstwerks darstellt, wurde vom Bauhaus-Meister Moholy-Nagy 1925 in seinem Manifest "Theater, Zirkus, Varieté" beschrieben. Im Zirkus von heute wird es vor allem in der Objektmanipulation und dabei in den Ansätzen des so genannten Neuen Materialismus weitergeführt.  

 

Die Frage nach dem Transfer von Körper- und Bühnenkonzeptionen zwischen Bauhauskünstlern und dem Zeitgenössischen Zirkus stellt sich aktuell auf eine vollkommen neue Weise. Vor dem Hintergrund der jetzigen Situation und den Bedingungen eines virtuellen Beitrags sind Konzepte wie Kontrolle (über das Bühnengeschehen), Risiko (zu Fallen, zu Scheitern) und Partizipation des Publikums neu zu bewerten. Die LecturePerformance wird ihre Verortung im virtuellen Raum zum Thema machen und die Schnittstellen zwischen Bauhaus-Methoden und dem Zeitgenössischen Zirkus vor diesem neuen Hintergrund in die Praxis übertragen. Dazu werden Zirkuskünstler*innen interviewt und um kurze performative Einspielungen, live oder vorproduziert, gebeten.  

 

Es geht darum, den virtuellen Raum vielfältig zu erfahren: als leeren (Manegen-) Raum, der alles ermöglicht und erlaubt, als unbegrenzten Raum, der eine unendliche (Publikums-) Reichweite suggeriert, als der reale und ausgeschnittene Raum, der den Performenden umgibt, als die vielen Räume, in denen die einzelnen Zuschauer beim Livestreaming sitzen und die - entsprechend der Anregungen des Performers - real gestaltet werden können. Wie werden diese Livestream-Performances aufgenommen, wie verändern sich Dialog und Feedbackschleife zwischen Performer und Zuschauern, wenn sie sich nicht mehr im gleichen realen Raum befinden? Wie entstehen Gemeinschaftsgefühl und Affekt – die Zirkus aufgrund der extremen Spannung und Körperlichkeit ausmachen - während eines Livestreamings? Braucht es dafür wieder den Fokus auf den Performer und seinen sichtbaren Körper und rücken dann die Tendenzen des Zeitgenössischen Zirkus - Neuer Materialismus und „Agency of the object“ - wieder in den Hintergrund?

 


Symposium: Zirkus und die Avantgarden: Multimediale Technologien und populäre Körpermaschinen 05./06.03.2020 Berlin

 

Die Aufführungspraxis des Zirkus im frühen 20. Jahrhundert war prägend für die Avantgarden. Dieses Symposium soll zum ersten Mal Forscher*innen versammeln, die sich aus verschiedenen Perspektiven und geisteswissenschaftlichen Bereichen diesem Thema widmen. Es soll untersucht werden, wie die Ästhetiken der Manegenkünste auf das Theater der russischen und westlichen Avantgarden wirkten und mit ihnen konkurrierten, und inwiefern die Arbeiten im Bereich des Zirkus als Inspiration für multimediale avantgardistische Inszenierungen, beispielsweise im Film, dienten. Auf welche Weisen wirkten die Ästhetiken des Zirkus und verwandter Bühnengenres (wie Varieté, Vaudeville, Music Hall etc.) auf Körperkonzeptionen und Schreibstile von Avantgarde-Künstler*innen? Wie haben sich Bühnenkonzeptionen und -technologien der zirzensischen Künste in die Werke der Avantgarden eingeschrieben? Welche Bezüge und Überschneidungen bestanden zwischen den Aufführungspraxen des Zirkus und des Theaters der Avantgarden?

Im Kontext der historischen Avantgarden soll das Symposium sich den durchaus konkurrierenden kreativen Kräften widmen, die die „Theatralisierung des Zirkus“ und die „Zirzensierung des Theaters“ (Bulgakowa) um und nach 1900 einforderten und entwarfen.

Diskussionsrunde Zirkus- und Avantgarde-Verbindungen auf den kulturellen Bühnen heute am Donnerstag 05.03.20 im Kino Babylon Berlin mit:Ulrich Lenz, Chefdramaturg, Komische Oper Berlin, Priv.-Doz. Dr. Anne Hultsch (Universität Wien) Kuratorin der Ausstellung "Zirkus in der Druckerei. Tschechische Avantgarde" (2019), Gisela Winkler, Zirkusarchiv Winkler, Berlin und  Cox Ahlers, Tanzakrobatik/Regie/ Reserarch – „Zirkus und Bauhaus“ (2016-2019)

Freie Universität Berlin, EXC 2020 Temporal Communities, M.A. Mirjam Hildebrandt und Dr. Anne-Sophie Jürgens

Programm

Aufsatz Circus Arts and the Avant-Gardes